TV II: Ermittlung des Gefahrenpotenzials und Identifikation vulnerabler Gruppen

Das Teilvorhaben II wird vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) in Hannover geleitet und fokussiert auf die Frage, welche Einflussgrößen und Faktoren eine Hinwendung zu politisch-weltanschaulichen oder religiösen Positionen oder Verhaltensweisen, die in starkem Widerspruch zur bestehenden gesellschaftlichen Ordnung stehen, begünstigen bzw. hemmen können sowie wie weit diese verbreitet sind.

Das KFN verfolgt hierbei einen breiten Forschungsansatz und führt im Rahmen des Projektes die Jugendstudie „Jugendliche Perspektiven auf Politik, Religion und Gemeinschaft (JuPe)“ durch. Es handelt sich dabei um eine quantitative Mehrthemenbefragung von Schüler/innen der 9. Klasse an verschiedenen Orten in Deutschland. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, was Jugendliche in der heutigen – digitalen – Zeit bewegt. Es geht darum, ihre Sichtweisen auf die Gesellschaft einzufangen sowie ihre Erfahrungen, Sorgen und Stimmungen abzubilden. Ganz besonders im Fokus stehen dabei Fragen zu Politik, Religion und Gemeinschaft sowie mögliche Gründe für eine Hinwendung zu politisch-weltanschaulich oder religiös extremen Positionen. In Anlehnung an diese Schüler/innenbefragung wird im Rahmen von RadigZ zudem eine Onlinebefragung von Studierenden mit ähnlicher Ausrichtung durchgeführt.

Ergänzend zu den quantitativen Studien beschäftigt sich das KFN mit den Lebenswelten und Erfahrungen streng religiöser Muslime und Musliminnen in Deutschland, wobei auch die Nutzung digitaler Medien innerhalb dieser Gruppe von Interesse ist. Hierfür werden narrative Interviews durchgeführt und mit Hilfe rekonstruktiver Verfahren analysiert. Einen weiteren Arbeitsbereich bildet zudem die Analyse von Internetseiten mit extremistischen Inhalten insbesondere unter Berücksichtigung der visuellen Dimension und hinsichtlich der vermittelten impliziten, latenten Botschaften.

Schließlich führt das KFN Interviews mit Experten aus dem Bereich der Prävention, der sich auf Linksextremismus bezieht, um sowohl Defizite als auch erfolgreiche Maßnahmen und Strategien bestehender Ansätze im Bereich Linksextremismusprävention herauszuarbeiten.